Analyse der Kursreaktionen

Bei der Analyse von Kursreaktionen handelt es sich um eine Methode der Technischen Analyse, bei der die Trader anstatt technical indicators technischer Indikatoren das Kursverhalten nutzen, um zukünftige Kursbewegungen untersuchen. Das Prinzip hinter der Kursreaktions-Analyse liegt darin, dass Marktbewegungen bereits in ihrer Entstehung erkannt werden. Indikatoren sind berüchtigt für ihr verzögertes Erscheinen, d.h. sie reagieren spät auf Kursbewegungen. Das Risiko für Trader liegt dann darin, dass sie auf falsche Signale anspringen und zu früh in den Markt einsteigen bzw. zu spät einsteigen, weil sie zu lange darauf warten, dass sich die Indikatoren deutlich ausbilden.

Die Grundüberlegung hinter der Analyse der Kursreaktionen

Kursbewegungen sind eine Funktion des Orderflusses, während Orderflüsse eine Funktion der Markttendenz sind. Kurse bewegen such aufwärts, wenn es mehr Käufer als Verkäufer gibt, bzw. das Ordervolumen der Käufe höher als das der Verkäufe ist. Entsprechend sinken die Kurse, wenn es mehr Verkäufe als Käufe gibt. Die Trader kaufen oder verkaufen abhängig von der von ihnen erwarteten zukünftigen Entwicklung eines Vermögenswertes. Hier sehen wir ein gutes Beispiel für die Markttendenz im Eurowährungspaar, als die Schuldenprobleme in Griechenland, Spanien und Portugal ab 2010 bis heute in Erscheinung traten. Zu dieser Zeit konnte man den Euro ohne vorhergehende technische Analyse blindlings verkaufen und dennoch hohe Gewinne erzielen.

Price Action Analysis
(Impulsive Verkäufe des EURUSD; 21. April bis 7. Juni 2010)

Der oben abgebildete Chart veranschaulicht die Bewegung des EURUSD in dem Monat, als das Ausmaß der griechischen Schuldenkrise bekannt wurde. Die Furcht vor einem Ausschluss aus der Eurozone beherrschte die globalen Märkte, Trader verkauften ihre Eurobestände und lösten innerhalb von zwei Monaten einen Fall in Höhe von 1800 Pips aus.

Ein solcher Fall ist für gewöhnlich durch impulsive Verkäufe ausgelöst und wird Impulsiv-Bewegung genannt. Bewegungen aufgrund von Impulsivität sind sehr stark und anhaltend. Diese Art von Bewegungen wird von institutionellen Verkäufern ausgelöst, die üblicherweise großen Volumina handeln in der Lage sind, den Markt durch ihre Aktionen zu bewegen. Trader, die frühzeitig Informationen über institutionelle Trades besitzen, sind in der Lage, diese rechtzeitig zu ihren Gunsten zu nutzen.

Eine weitere Möglichkeit zur Analyse der Kursreaktionen und deren Nutzung besteht im Traden von Kurskorrekturen. Manchmal sind Trader unschlüssig, ob es sich bei einer Marktbewegung um eine Trendänderung oder eher um die Korrektur innerhalb eines anhaltenden Trends handelt. Eine Frage, die man sich im Zweifelsfall stellen kann, lautet: Haben sich die Fundamentaldaten des Markts, die die ursprüngliche Bewegung verursacht haben, wirklich geändert? Falls ja, liegt eine Änderung im Trend vor. Falls nicht, haben wir eine Korrektur auf dem Markt, auf die wieder der ursprüngliche Trend folgen wird. Dies sehen wir am Beispiel des EURCHF, als zeitgleich der EURUSD um 1800 Pips fiel.

Price Action Analysis

Hier lag eine Korrektur vor, deren letzte Kursbewegung nichts als eine Gewinnmitnahme war. Ende 2010 gab es fundamental so gut wie keine Änderungen, und die Käufer übernahmen wieder einmal den Markt. Das Traden in einer Korrekturphase ist besonders für diejenigen geeignet, die den Aufsprung bisher verpasst haben.

Falls Sie bis dato den Orderflüssen keine Beachtung geschenkt haben, müssen Sie es spätestens jetzt tun. Denn die Analyse von Kursreaktionen hilft Tradern, Marktbewegungen rechtzeitig zu erkennen.