Forex Historie

Die Geschichte von Forex

In der frühen Geschichte gab es kein Währungskonzept. Eine Kuh war eine Kuh, ein Schaf war ein Schaf. Die Menschen tauschten Güter für andere Güter ein. Ein Problem entstand, wenn Sie zehn Schafe für fünf Kühe erwerben wollten, sie mussten die Kühe irgendwo unterbringen. Kühe sind groß und passen nicht in Ihre Tasche. Irgendetwas musste sich ändern.

Mesopotamien

In Mesopotamien gab es bereits im Jahre 5300 v.Chr. urbane Gesellschaften. Der Wohlstand basierte auf Agrarerzeugnissen –überwiegend Getreide. Das Getreide wurde in den Kornkammern der Tempel aufbewahrt. Wenn die Menschen Getreide eingelagert haben, benötigten Sie eine Quittung darüber – diese Quittung gab es in Form eines Metallstücks.

Im Jahre 3000 v.Chr. wurde daraus der Schekel, ein Maß für Gerste. Die Schekel konnten in Metalle, wie zum Beispiel Kupfer, Silber und Gold, umgetauscht werden.

Später, etwa im Jahre 1700 v.Chr., wurden durch den Code von Hammurabi formelle Gesetze in Mesopotamien eingeführt. Damit wurden auch Regeln rund um den Einsatz von Geld in der mesopotamischen Gesellschaft eingeführt.

Das Geld wurde geboren.

Münzen

Das Problem des frühen Geldes bestand darin, dass es keine Standardmaßeinheiten gab. Ein Stück Gold konnte klein oder groß sein, entsprechend war es nicht möglich, den gehandelten Gütern einen festen Wert zuzuschreiben.

Durch Münzen wurde dieses Problem gelöst. Sie hatten ein standardisiertes Gewicht und enthielten Aufprägungen von staatlichen Symbolen, um ihre Authentizität zu beweisen. Die ersten standardisierten Metallmünzen erschienen in siebten Jahrhundert vor Christus in Griechenland.

Der Goldstandard

Der Wert einer Münze bis ins 17. Jahrhundert weiterhin durch ihr Gewicht bestimmt; Ein holländischer Gulden hatte ein anderes Gewicht als ein französischer Franc.

Als der Handel sich ausweitete, wurden Münzen jedoch immer unpraktischer. Die Banken begannen, Geld in großen Nennwerten herauszugeben und dafür billigere Materialien, wie zum Beispiel Papier zu nutzen. Physisches Geld hat nicht mehr einen Sachwert; stattdessen konnte es bei Banken gegen Gold und andere Edelmetalle eingetauscht werden.

Nach den napoleonischen Kriegen von 1803 bis 1825 führten zahlreiche Nationen eine Goldbindung für den Wert ihrer Währungen ein. Sie versprachen, dass die Noten direkt zurückzunehmen. Währungen konnten von da an basierend auf ihrem festgesetzten Wert ausgetauscht werden.

Dies war der Goldstandard.

Die Welt im Krieg

Der Goldstandard war bis zum Ersten Weltkrieg üblich. Es gab jedoch immer größere Zweifel an der Fähigkeit und am Willen der Staaten, ihre Banknoten zurückzunehmen.

Im Zuge des Chaos im Ersten Weltkrieg wurde der Goldstandard beendet, bis 1944 wurde er durch nichts ersetzt.

Obwohl der Goldstandard Vergangenheit war, entstanden zwischen den Kriegen internationale Finanzinstitutionen. Die wichtigste war die Bank of International Settlements (BIS), 1930 in Basel gegründet. Ihre Aufgabe war die Unterstützung von Staaten ohne ausgereifte Finanzsysteme und jenen mit Zahlungsdefiziten.

1944

Im Jahre 1944 trafen sich die Delegierten von 44 alliierten Nationen im US-amerikanischen Bretton Woods. Ökonomische Koryphäen wie John Maynard Keynes und Harry Dexter White arbeiteten an der Entwicklung eines neuen Weltwirtschaftssystems, mit dessen Hilfe zerrüttete Staaten nach dem Krieg wiederaufgebaut werden sollten.

Die Vereinbarungen von Bretton Woods wurden im Juli 1944 mit den folgenden Ergebnissen unterzeichnet:
  • Der Internationale Währungsfonds (IWF) wurde gegründet
  • Die mit dem IWF zusammenarbeitenden Staaten konnten Stabilisierungsdarlehen erhalten
  • Der US-Dollar und das Britische Pfund wurden zu internationalen Reservewährungen ernannt
  • Der Wert der Währungen wurde am US-Dollar fixiert – mit lediglich 1% zugelassener Abweichung
  • Der Wert des Dollars wurde am Goldpreis fixiert
  • Die Staaten konnten ihre Wechselkurse nur mit Erlaubnis des IWF ändern
  • Währungen wurden konvertierbar
  • Die Regierungen wurden angehalten, Reserven zu bilden und sich im Währungsmarkt zu engagieren
  • Die Staaten mussten für die Teilnahmen am IWF eine Gebühr in Gold und nationaler Währung zu entrichten

1947

Nach dem Ersten Weltkrieg sorgten sich die USA zunehmend über die Fähigkeit des durch den Krieg zerrütteten Europa, sich dem sowjetischen Kommunismus zu widersetzen. 1947 wurde der European Recovery Plan begründet, besser bekannt als der nach dem US-Staatssekretär George Marshall benannte Marshallplan.

Über vier Jahre erhielten europäische Staaten durch den Marshallplan fast 13 Milliarden Dollar. Mit diesen Geldern sollten Güter und Dienstleistungen erworben werden, die dem Wiederaufbau dienten.

1964

Im Jahre 1964 wurde der japanische Yen konvertierbar gemacht. Da fortan alle Hauptwährungen konvertierbar waren, konnten die Vereinigten Staaten ihren US-Dollar nicht mehr am Goldkurs zu fixieren.

Die Inflation in den USA wurde zu einem immer größeren Problem. Die US-Regierung ergriff in Maßnahmen zur Kontrolle von Transaktionen in US-Dollar, indem Wechseldifferenzen versteuert wurden. Für ausländische Käufer stiegen die Kosten, was zu der Gründung eines neuen Eurodollar-Marktes führte.

1967

Die britische Zahlungsbilanz erlitt in den 1960er Jahren einen Verfall, die Goldreserven sanken von 18 Milliarden auf 11 Milliarden Dollar. 1967 musste das Vereinigte Königreich das Pfund abwerten, was einen herben Rückschlag für Bretton Woods bedeutete. Zeitgleich stiegen die Schulden der USA.

1970

Im Jahre 1970 sanken die Zinsen in den USA dramatisch. Die Investoren brachten ihr Kapital nach Europe, wo die Zinsen höher waren. Die bis dahin schwerste Dollar-Krise brach aus.

1971

1971 beschleunigten sich die Ereignisse:
  • Im Mai erlaubten Deutschland und die Niederlande den offenen Handel ihrer Währungen
  • Im August erreichte das US-Zahlungsdefizit ein kritisches Hoch, auf das Nixon reagierte, indem er den US-Dollar nicht mehr in Gold konvertieren ließ
Im Dezember spitzten sich die Geschehnisse weiter zu:
  • Ein letzter Versuch, das Abkommen von Bretton Woods zu erhalten, wurde bei einem Treffen im Smithsonian Institute in Washington gestartet
  • Die Wechselkurse durften um 4,5% von ihrem festgelegten Wert abweichen
  • Die Zentralbanken führten große Interventionen auf den Devisenmärkten aus – inklusive 5 Milliarden Dollar der Bundesbank
  • Trotz dieser Interventionen konnten die Devisenkurse nicht kontrolliert werden
  • Die Devisenmärkte in Europa und Japan wurden zeitweise geschlossen
  • Die USA werteten den Dollar um 10% ab
  • Die Industriestaaten setzten ihre Währungen in Umlauf – feste Wechselkurse wurden damit beendet

1973 bis 1974

In diesem Zeitraum setzten sich die Ereignisse fort:
  • Die USA setzten die Steuern und weitere im Jahre 1964 eingeführte Restriktionen ab
  • Die Zentralbanken beendeten ihre Interventionen auf dem Devisenmarkt
  • Spekulanten machten nach Beendigung der Interventionen enorme Gewinne
  • Zwei Großbanken – Bankhaus Herstatt und die Franklin National Bank – mussten ihren Bankrott erklären
  • Spekulationen führten zum Niedergang zahlreicher weiterer Banken
  • Das Bretton Woods System wurde gegenstandslos

1976

Die Repräsentanten führender Nationen trafen sich in Kingston (Jamaica), um ein neues Weltwährungssystem zu erschaffen. Dies führte zu folgenden Ergebnissen:
  • Gold wurde nicht mehr als Grundlage zur Devisenbewertung benutzt
  • Internationale Organisationen zur Überwachung von Währungsumrechnung wurden gegründet
  • Währungen wurden zum Kauf anderer Währungen verwendet
  • Kommerzielle Banken wurden zum Hauptmechanismus für Währungsumrechnung
  • Devisenkurse wurden freigesetzt – und wurden fortan von Marktkräften beeinflusst
Der Grundstein für den modernen Forex Markt wurde gelegt.