Geldvolumen M1, M2, M3

Erscheinungsdatum: Normalerweise wöchentlich, jeden Donnerstag
Erscheinungszeit: 16:30 Uhr EST
Herausgeber: US-Notenbank


Das Geldvolumen beschreibt die Gesamtmenge der Währung und anderen liquiden Mitteln einer Volkswirtschaft zu einer bestimmten Zeit. Zu dem Geldvolumen gehören Banknoten, Münzen sowie Spar- und Sichteinlagen. Die verschiedenen Arten des Geldvolumens werden entsprechend der Art und Größe des Verwahrungskontos als M0, M1, M2 und M3 bezeichnet. Im Vereinigten Königreich gibt es zudem die Geldvolumenklassifikation M4. In anderen Ländern werden gegebenenfalls andere Klassifikationen verwendet.

M1 ist das Geldvolumen, das das gesamte physische Geld wie Banknoten und Münzen, sowie Sichteinlagen, Girokonten und Spareinlagen. M1 misst somit die liquidesten Komponenten des Geldvolumens. Es enthält Geldmittel und Vermögenswerte, die schnell in Bargeld eingetauscht werden können. M1 bezieht sich ausschließlich auf die Rolle des Geldes als Tauschmittel. Das Aufkommen von Geldautomaten und Debitkarten hat dazu geführt, dass Girokonten unter M1 eingestuft werden, weil die Einlagen mit Hilfe von Geldautomaten und Debitkarten ganz leicht abgehoben werden können. M1 wird verwendet, um das im Umlauf befindliche Geld zu beschreiben. M1 enthält keine „geldähnlichen“ Mittel.

M2 misst das Geldvolumen von „geldähnlichen“ Mitteln. Zu den „geldähnlichen“ Mitteln gehören weniger liquide Einlagen wie Sparguthaben und Festgelder. Sie können leicht in Bargeld umgewandelt werden, eigenen sich jedoch aufgrund ihrer Illiquidität jedoch nicht als Tauschmittel. M2 ist eine breitere Geldklassifikation als M1. Verbraucher und Unternehmen verwenden Sparguthaben nicht zur Zahlung der zum Empfang von Geld, könnten jedoch in M2-Komponenten in kurzer Zeit in Bargeld umtauschen. M2 ist von großer Wichtigkeit, weil in modernen Wirtschaftssystemen Überweisungen zwischen unterschiedlichen Kontotypen getätigt werden, wenn zum Beispiel ein Unternehmen 10.000 $ von einem Geldmarktkonto auf das Unternehmenskonto überweist. M1 und M2 stehen in engem Zusammenhang, weil Geldüberweisungen zwischen M2-Konten stattfinden und von dem Empfänger zu Bargeld gemacht werden können (M1).

M3 misst das Geldvolumen, das alle Elemente von M2 sowie langfristige Geldanlagen, institutionelle Geldmarktfonds und weitere große, liquide Vermögenswerte enthält. M3 steht für Vermögenswerte, die wesentlich illiquider als andere Komponenten des Geldvolumens sind. Es handelt sich tendenziell um Vermögenswerte größerer Finanzinstitutionen und Unternehmen und weniger um Mittel kleinerer Unternehmen oder gar Privatpersonen. Solche Vermögenswerte sind als „near, near money“ bekannt. Die Klassifikation M3 ist somit das umfangreichste Maß für das Geldvolumen einer Wirtschaft. Darin wird das Geld eher als Wertspeicher und Investment und weniger als Tauschmittel betrachtet. Aus diesem Grunde werden in einem typischen Bericht zum Geldvolumen alle Aspekte von M1, M2 und M3 betrachtet.

Erscheinungszeit

Der Bericht zum Geldvolumen wird normalerweise jeden Donnerstag um 16:30 Uhr EST veröffentlicht. Die Daten werden auf der Website der US-Notenbank, und bei unabhängigen Nachrichtenagenturen wie Bloomberg und Thomas Reuters veröffentlicht.

Interpretation der Daten

Der Bericht zum Geldvolumen wird von Ökonomen mit großem Interesse betrachtet. Zudem bauen die Zentralbanken ihre Strategie darauf auf. Die Daten zum Geldvolumen werden von der Zentralbank gesammelt, gespeichert und bekanntgegeben. Die Zentralbanken handeln dann entsprechend, indem sie das Geldvolumen erhöhen oder absenken, um Inflation oder Deflation zu drosseln. Das Geldvolumen beeinflusst das Preisniveau, die Inflation und den Konjunkturzyklus und korreliert positiv mit den Zinssätzen. Erhöhtes Geldvolumen führt typischerweise zu sinkenden Zinssätzen, was wiederrum zu mehr Investments und mehr Geldbesitz bei den Verbrauchern und somit zu steigenden Konsumausgaben führt. Diese Handlungsweise der Quantitativen Lockerung wurde bereits in den USA, dem Vereinigten Königreich und weiteren Staaten durchgeführt, um ihre Volkswirtschaften anzukurbeln.

Wenn das Geldvolumen (insbesondere M3) steigt, erhöhen die Unternehmen ihre Produktion. Die erhöhte Geschäftstätigkeit führt zu erhöhter Nachfrage nach Arbeit und führt zu vermehrter Beschäftigung.

Fazit

Obwohl der Bericht zum Geldvolumen geringe Marktauswirkungen hat und nicht direkt handelbar ist, kann er als Indikator für die Vorhersage der Zentralbankpolitik verwendet werden.