Lohnstückkosten

Erscheinungsdatum: Wird normalerweise vierteljährlich veröffentlicht
Herausgeber: Organization of Economic Cooperation and Development


Die Lohnstückkosten (ULC) sind ein statistischer Wert im Bereich des Arbeitsmarktes. Es wird gemessen, wie viel dem Mitarbeitern des Unternehmens gezahlt werden muss, um eine Einheit eines Produktes herzustellen. Somit wird das Verhältnis von Produktivität und Arbeitskosten ermittelt. Die Lohnstückkosten sind auch als Lohninflation bekannt.

Obwohl die Daten seit 1929 erhoben werden, wurde das aktuell verwendete System der Lohnstückkostenermittlung und die dazugehörenden Indikatoren im Jahre 2007 von der Organization of Economic Cooperation and Development entwickelt. Deren Mitgliedsstaaten umfassen die OECD (Australien, Norwegen, USA, Kanada). Der Bericht beschreibt ausführlich die jährlich und vierteljährlich für die folgenden Sektoren veröffentlichten Lohnstückkosten:

  • Gesamtwirtschaft
  • Industrie
  • Dienstleistungsmarkt
  • Geschäftssektor

Damit die Daten in den verschiedenen OECD-Mitgliedsstaaten vergleichbar sind und Einheitlichkeit sowie Kompatibilität gewahrt bleiben, wird bei der Berechnung der Daten eine bestimmte Methode verwendet. Die Daten enthalten folgende Daten:

  • Jährliche Lohnstückkosten
  • Gesamte Arbeitskosten
  • Gesamtzahl der Beschäftigten
  • Arbeitskraft-Einkommen-Verteilung
  • Reales und nominales Ergebnis
  • Arbeitskraftproduktivität
  • Aufstellung der Gesamtvergütung nach Sektor: Herstellung, Marketing, Bauwesen, Industrie, etc.

Erscheinungszeit

Der Bericht zu den Lohnstückkosten wird generell vierteljährlich von der Organization of Economic Cooperation and Development veröffentlicht. Die Daten können auf der OECD Website und auf unabhängigen Nachrichtenseiten wie Bloomberg, Economist und Thomas Reuters abgerufen werden.

Interpretation der Daten

Die Lohnstückkosten sind die direktesten Daten, die die Arbeitskosten der Arbeitgeber messen. Die Messung der Lohnstückkosten sind ist Bestandteil der Gesamtlohnkalkulation (üblicherweise Stundenlöhne) und der Ermittlung der Produktionsdauer für eine Produkteinheit. Die Lohnstückkosten werden auch in Wachstumsraten angegeben. Sie sind ungefähr gleich Lohnkosten abzüglich des Produktivitätswachstums des Personals pro Produkteinheit. Ein Anstieg der Lohnstückkosten kann gut oder schlecht für die Währung sein, abhängig vom Verhältnis der Produktivität. Wenn die Lohnstückkosten viel stärker anwachsen als die Produktivität der Arbeitskraft, hat dies negative Auswirkungen auf die Kostenkonkurrenzfähigkeit einer Wirtschaft (auch wenn die Arbeitskräfte aufgrund der wachsenden Löhne zufrieden sind), insbesondere wenn andere Kosten nicht reduziert werden können und ein Ausgleich der steigenden Arbeitskosten nicht möglich ist.

Fazit

Wenn die Löhne stärker ansteigen als die Produktivität, wird es aufgrund der höheren Konsumfähigkeit der Arbeiterschaft steigende Verbraucherpreise geben. Ein bisschen Inflation sorgt in Ländern mit Produktionswirtschaft noch für keine Besorgnis. Dagegen weist ein Anstieg der Arbeitskosten von mehr als 5% darauf hin, dass die Unternehmen ihren Angestellten mehr zahlen, auch wenn die Produktivität bereits ihren Höhepunkt erreicht hat. Bei Ländern, die von natürlichen Ressourcen abhängig sind, stellt dies ein Problem dar. Die Produktion kann nicht kostengünstiger ausgelagert werden, um diese Arbeitskosten zu kompensieren.